Individuelles Training an der Kurzwaffe

Teilnehmer legt die Kurzwaffe im Koffer ab, Gesicht unkenntlich gemacht.

Kurzwaffentraining für eine bis sechs Personen in Marl — Dauer und Schwerpunkt stimmen wir vorher ab.

Für wen das Training gedacht ist

Sie schießen bereits, kommen aber an einem Punkt nicht weiter: Die Treffer streuen, der Abzug reißt, oder Sie merken selbst, dass am Griff etwas nicht stimmt. Genau dafür ist dieses Training da. Es richtet sich an Sportschützen, an Jäger, die ihre Kurzwaffe selten schießen, an behördliche Berufswaffenträger im privaten Training und an Wiedereinsteiger nach längerer Pause. Wir arbeiten mit einer Kurzwaffe statt mit vielen und setzen dort an, wo Sie gerade stehen — was Sie an Vorerfahrung mitbringen, spielt keine Rolle. Gebucht wird für eine bis sechs Personen. Wer eine ganze Gruppe zusammenbekommt, ist im Tageskurs Pistole 1 besser aufgehoben.

Die fünf Elemente der Schießtechnik: Stand, Griff, Visierbild, Abzug, Nachhalten

Diese Reihenfolge ist nicht beliebig. Ein Fehler im Griff lässt sich nicht durch besseres Zielen ausgleichen, und wer den Abzug nicht beherrscht, dem hilft ein sauberes Visierbild nichts. Deshalb arbeiten wir die Elemente von unten nach oben ab und prüfen jedes einzeln, bevor wir das nächste anfassen. Dazu kommen Handhabung, Störungsbeseitigung und — je nach Ihrem Stand — schnelle Schussfolgen. Wie viel davon in einen Termin passt, hängt davon ab, wo Ihr eigentliches Problem liegt. Nach unserer Erfahrung zeigt sich das in den ersten Serien.

Stand und Griff

Der Stand trägt die Waffe, der Griff kontrolliert den Rückstoß. Beides sind mechanische Fragen, keine Geschmacksfragen: Die Hände sollen möglichst viel Fläche am Griffstück haben, der Daumen der schwachen Hand liegt nach vorn, die Handgelenke bleiben fest. Ein zu lockerer Griff kostet Sie nicht den einzelnen Schuss, sondern die Schussfolge — die Waffe kommt nicht in dieselbe Lage zurück. Korrigiert wird das am Stand und an Ihrer Waffe, weil Griffweite, Griffschalen und Handgröße sich unterscheiden und eine Beschreibung im Lehrbuch daran regelmäßig vorbeigeht.

Visierbild und Abzugskontrolle

Der Haltepunkt verzeiht auf Entfernungen bis 25 m mehr, als die meisten glauben — die Ausrichtung von Kimme und Korn nicht, weil ein Winkelfehler mit der Entfernung wächst. Und der Abzug verzeiht am wenigsten. Die Frage ist nicht, ob Sie Kimme und Korn einmal sauber ausrichten, sondern ob diese Ausrichtung erhalten bleibt, während der Finger arbeitet. Wir trennen beide Vorgänge, machen den Druckpunkt bewusst und arbeiten daran, dass der Schuss bricht, ohne dass Sie ihn erzwingen. Wer als Rechtshänder regelmäßig nach links unten zieht, hat fast immer ein Abzugsproblem und kein Zielproblem — an der Visierung zu drehen macht es in diesem Fall schlimmer.

Nachhalten

Nachhalten heißt, dass Stand, Griff und Zielauge nach dem Schuss unverändert bleiben, bis die Waffe zurück in der Ausgangslage ist — im Sportschießen auch Follow-through genannt. Wer sofort nach dem Knall den Kopf hebt oder die Arme sinken lässt, hat den Schuss meist schon vorher beeinflusst, weil der Körper die Bewegung vorwegnimmt. Nachhalten ist deshalb kein Anhängsel am Schluss, sondern die Kontrolle darüber, ob die vier vorangehenden Elemente bis zum Ende gehalten haben. Nach unserer Erfahrung fehlt es gerade bei Fortgeschrittenen häufig — und lässt sich vergleichsweise schnell korrigieren.

Trefferbild lesen statt raten

Ein Trefferbild ist eine Diagnose, kein Urteil. Eine enge Gruppe, die nicht dort sitzt, wo sie soll, ist ein anderes Problem als eine Gruppe, die um den Haltepunkt herum streut: Das erste ist meist Visierung oder Haltepunkt, das zweite Technik. Wir sehen uns Ihre Scheiben gemeinsam an, ordnen die Trefferlage einem der fünf Elemente zu und prüfen die Vermutung mit einer gezielten Übung, statt weiterzuschießen und zu hoffen. Das ist der Teil, den Sie allein kaum leisten können: Sie sehen das Ergebnis, aber nicht sich selbst.

Falsch angewöhnte Technik wieder loswerden

Wer über Jahre ohne Rückmeldung schießt, festigt auch das, was falsch ist. Solche eingeschliffenen Fehler sind hartnäckiger als gar keine Technik, weil sie sich unter Zeitdruck durchsetzen. Wir gehen sie einzeln an: erst benennen, dann isoliert korrigieren, dann wieder in den vollständigen Schussablauf einbauen. Rechnen Sie damit, dass Ihre Treffsicherheit dabei kurzfristig schlechter wird, bevor sie besser wird — das ist normal. Es ist zugleich der Grund, warum solche Korrekturen in einer großen Gruppe nicht funktionieren: Sie brauchen jemanden, der in dieser Phase durchgehend hinsieht.

Handhabung, Magazinwechsel und Störungsbeseitigung

Laden, Entladen, Sichern und Ablegen laufen nach einem festen Ablauf, der sich nicht ändert, wenn es schneller wird. Dazu gehört die Störungsbeseitigung: Der Anfang ist bei der Selbstladepistole immer gleich — Magazin prüfen und setzen, Verschluss betätigen, Ladezustand ansehen —, weil man im Moment der Hemmung nicht analysiert, sondern handelt. Was danach folgt, hängt von der Störungsart ab, und genau diese Unterscheidung üben wir mit Exerzierpatronen durch. Den Magazinwechsel behandeln wir als Handhabungsthema, nicht als Wettbewerbsdisziplin.

Schießen aus verschiedenen Stellungen

Wenn die Grundlagen sitzen, erweitern wir das Repertoire: einhändig mit der starken Hand, einhändig mit der schwachen Hand, Schießen aus ungewohnten Körperhaltungen. In mehreren sportlichen Disziplinen wird das ohnehin verlangt, und praktisch ist eine Hand schneller belegt, als man denkt — sei es durch die Taschenlampe oder eine Verletzung. Ob das in Ihrem Termin sinnvoll ist, entscheiden wir nach dem, was die ersten Serien zeigen. Vorher gebracht, überdeckt es nur die Grundfehler, um die es eigentlich geht.

Ein Ausbilder auf bis zu sechs Teilnehmer

Sie bekommen zu jedem Schuss eine Rückmeldung. Möglich ist das, weil ein Ausbilder höchstens sechs Teilnehmer betreut — mehr Personen sind in diesem Format nicht buchbar. Der Unterschied zu einem großen Gruppenkurs ist nicht die Munitionsmenge, sondern wie oft jemand hinsieht: Ein Fehler, der zehn Schuss lang unbemerkt bleibt, ist zehn Schuss lang geübt worden. Kleiner geht es ebenfalls — mit einer Person arbeiten wir eins zu eins. Das erhöht den Preis je Person, aber auch das, was in einem Termin tatsächlich hängen bleibt.

Schießtraining in Marl: Zeiten und Anlage

Wir trainieren in Marl im nördlichen Ruhrgebiet — unter der Woche vormittags bis in den frühen Nachmittag. Der Stand gehört einem Verein und wird von uns angemietet. Geschossen wird dort mit Kurzwaffen sowie mit Langwaffen im Kurzwaffenkaliber. Termine am Wochenende richten wir nach Absprache auf einer anderen Anlage ein — im Sauerland oder in Hessen nördlich von Frankfurt; dort ist auch das Training mit der Langwaffe in Büchsenkalibern möglich.

Preise

Teilnehmer1,5 Stunden2,5 Stunden3,5 Stunden
1 TN650 €810 €970 €
2 TN335 €415 €495 €
3 TN230 €280 €335 €
4 TN175 €215 €255 €
5 TN145 €175 €210 €
6 TN125 €150 €175 €

Preise je Person, inkl. 19 % USt.

Der Preis deckt Ausbilder, Standmiete, Anfahrt und Verbrauchsmaterial. eine Leihwaffe steht auf Anfrage zur Verfügung je Termin. Bringen Sie eigene Waffe und Munition mit, entfällt diese Position. Behördliche Berufswaffenträger im privaten Training zahlen einen eigenen Satz — die Preise dazu stehen auf der Seite Behördliche.

Trainieren ohne eigene Waffe

Sie brauchen weder eine eigene Waffe noch eine Waffenbesitzkarte: Volljährige Teilnehmer dürfen auf einer erlaubten Schießstätte unter Aufsicht mit unseren Waffen schießen; die waffenrechtliche Grundlage sind § 12 Abs. 1 Nr. 5 und Abs. 4 WaffG in Verbindung mit § 27 WaffG. eine Leihwaffe steht auf Anfrage zur Verfügung. Welche Munition zu Ihrem Termin passt, klären wir vorher telefonisch. Bringen Sie Waffe und Munition selbst mit, entfällt die Leihgebühr.

Trockentraining zwischen den Terminen

Das meiste, was Sie verbessern wollen, verbessern Sie ohne Munition. Griff, Abzugskontrolle und Nachhalten lassen sich trocken üben: mit geprüfter, entladener Waffe, in einem Raum, in dem keine Munition liegt, gegen eine sichere Richtung, in kurzen Einheiten von etwa zehn Minuten. Entscheidend ist die Kontrolle — ohne sie festigt Trockentraining den Fehler genauso zuverlässig wie die richtige Bewegung. Deshalb gehen wir am Ende des Termins durch, woran Sie merken, dass Sie eine Übung richtig ausführen.

Was wir nicht ausbilden

Alle unsere Kurse enthalten keine erlaubnispflichtigen Elemente des Verteidigungsschießens oder des kampfmäßigen Schießens. Wir halten uns streng an das WaffG. Was Sie hier bekommen, ist Präzisions- und Handhabungstraining an der Kurzwaffe: sauberer Schussablauf, kontrollierte Schussfolgen, sichere Handhabung. Suchen Sie jagdliche Inhalte — den Wechsel von der Langwaffe auf die Kurzwaffe, Schießen bei eingeschränkter Sicht —, führen Jäger 1 und Jäger 2 dorthin; beides sind Tageskurse ab fünf Teilnehmern und setzen einen gültigen Jagdschein voraus. Für die landeseinheitliche Übung zur Handhabungs- und Treffsicherheit siehe Behördliche, für die Selbstladebüchse im Kaliber .223 Rem Gewehr 1.

Termin anfragen

Schreiben Sie uns über das Kontaktformular, worum es gehen soll und mit wie vielen Personen Sie kommen. Je genauer Sie beschreiben, was Sie stört — Trefferlage, Schussfolge, Handhabung —, desto gezielter bereiten wir den Termin vor. Die Dauer legen wir gemeinsam fest: Für eine erste Standortbestimmung reichen 1,5 Stunden, für eine Technikkorrektur planen Sie besser 2,5 Stunden ein. Wenn Sie an der Kurzwaffe ganz von vorn anfangen möchten, ist der Tageskurs Pistole 1 der passende Einstieg — dafür brauchen Sie allerdings eine Gruppe ab fünf Personen.

Häufige Fragen zu diesem Kurs

Was kostet ein Einzeltraining an der Kurzwaffe?

Als Einzelperson zahlen Sie 650 € für 1,5 Stunden, 810 € für 2,5 Stunden und 970 € für 3,5 Stunden. Zu sechst sind es 125 € bis 175 € je Person. Alle Preise gelten je Person inkl. 19 % USt und decken Ausbilder, Standmiete, Anfahrt und Verbrauchsmaterial.

Für wie viele Personen ist das individuelle Training?

Für eine bis sechs Personen. Ein Ausbilder betreut die Gruppe, damit jeder zu jedem Schuss eine Rückmeldung bekommt. Größere Gruppen laufen als Tageskurs.

Brauche ich eine eigene Waffe?

Nein. eine Leihwaffe steht auf Anfrage zur Verfügung. Bringen Sie eigene Waffe und Munition mit, entfällt diese Position. Eine Waffenbesitzkarte ist für das Training auf dem Stand nicht erforderlich, solange wir die Waffe stellen.

Wann und wo kann ich trainieren?

In Marl unter der Woche vormittags bis in den frühen Nachmittag. Termine am Wochenende richten wir nach Absprache auf einer anderen Anlage ein — im Sauerland oder in Hessen nördlich von Frankfurt.

Ich schieße seit Jahren — bringt mir ein Einzeltraining etwas?

Wer lange ohne Rückmeldung schießt, festigt auch das, was falsch ist. Wir ordnen Ihre Trefferlage einem konkreten Element zu — Stand, Griff, Visierbild, Abzug oder Nachhalten — und korrigieren dort, statt Übungen abzuspulen.