Der Aufbautag zu Jäger 1: dieselbe Kurzwaffe, aber unter Bedingungen, die im Revier tatsächlich vorkommen.
Worum es an diesem Tag geht
Jäger 2 ist der Aufbautag zu Jäger 1: ein Kurzwaffentraining für Jäger, bei denen die Grundlagen sitzen und die weiterarbeiten wollen. Wir setzen die Technik nicht neu an, sondern belasten die vorhandene — schnellere Schussfolgen, Störungen an der Waffe, eingeschränkte Sicht und der Wechsel von der Jagdlangwaffe auf die Kurzwaffe. Vorweg frischen wir die vier Sicherheitsregeln und die Erste Hilfe bei Schussverletzungen auf und bauen von dort aus weiter.
Für wen der Aufbautag gedacht ist
Der Tag richtet sich an Jägerinnen und Jäger mit gültigem Jagdschein, die Jäger 1 oder einen vergleichbaren Grundlagenkurs absolviert haben. Sie führen eine Kurzwaffe, kennen Ihre Waffe und treffen unter ruhigen Bedingungen zuverlässig. Was fehlt, ist die Erfahrung damit, wie sich dieselbe Waffe verhält, wenn die Bedingungen nicht mehr ruhig sind. Genau das ist der Inhalt. Wer noch keinen Grundlagenkurs hat, ist bei Jäger 1 richtig aufgehoben; die Reihenfolge lässt sich nicht abkürzen, weil der Aufbautag auf sauberer Grundtechnik aufsetzt.
Warum Jäger die Kurzwaffe gesondert trainieren
Die Kurzwaffe ist im Revier kein Alltagswerkzeug. Sie kommt beim Fangschuss zum Einsatz, auf der Nachsuche, am nächtlichen Wildunfall oder beim Fangschuss an der Falle. Das sind Situationen, in denen wenig Zeit bleibt, in denen die Hände nicht sauber sind und in denen selten gutes Licht herrscht. Trotzdem wird die Kurzwaffe genau dafür geführt und ansonsten kaum geschossen. Jäger 2 schließt diese Lücke: Wir üben die Handgriffe, die hinter solchen Situationen stehen, unter kontrollierten Bedingungen auf dem Stand.
Was am Ausbildungstag geübt wird
Vier Blöcke füllen den Tag. Erstens die schnelle Schussfolge: mehrere Schuss hintereinander platzieren, ohne dass das Trefferbild auseinanderläuft. Zweitens die Störungsbeseitigung, vom Zündversager über den Hülsenklemmer bis zur Doppelzuführung. Drittens das Schießen bei eingeschränkter Sicht und in der Dunkelheit — der jagdliche Anlass dafür ist der nächtliche Wildunfall und die Nachsuche in der Dämmerung. Viertens der Wechsel von der Jagdlangwaffe auf die Kurzwaffe, wie er beim Fangschuss nach dem Büchsenschuss anfällt. Wir teilen die Gruppe nach Können ein, damit niemand wartet und niemand überfordert wird.
Mehrere Schuss in Folge
Wer den zweiten Schuss zu früh löst, verliert das Nachhalten, und das Trefferbild wandert. Wir arbeiten deshalb nicht über Tempo, sondern über Rückstoßkontrolle, Griff und Abzugsrückführung. Das Tempo ergibt sich daraus von selbst. Sie sehen an Ihrem eigenen Trefferbild, wo Ihre Grenze liegt, und lernen, diese Grenze einzuschätzen, statt sie zu überschreiten.
Störungen beseitigen
Bei der Selbstladepistole ist der Anfang jeder Störung gleich: Magazin prüfen und setzen, Verschluss betätigen, Ladezustand ansehen. Erst danach wird nach Störungsart unterschieden — Zuführstörung, klemmende Hülse, Doppelzuführung verlangen unterschiedliches Vorgehen. Beim Revolver stellt sich die Frage anders: Hülsenklemmer und Doppelzuführung gibt es dort systembedingt nicht, und die Antwort auf einen Zündversager ist der nächste Abzug. Wir arbeiten beides getrennt durch, an dem System, das Sie tatsächlich führen. Ergänzend geht es um Magazinwechsel und Speedloader und darum, was Sie im Feld selbst beheben können und was in die Hände eines Büchsenmachers gehört. An einem Tag legen Sie damit die Routine an; sicher wird sie durch Wiederholung über die Zeit.
Schießen bei eingeschränkter Sicht
Geübt wird der Umgang mit der handgeführten Taschenlampe neben der Kurzwaffe, das Ansprechen des Ziels bei schlechten Lichtverhältnissen und die Frage, wie das Visierbild aussieht, wenn Kimme und Korn kaum noch zu erkennen sind. Ohne sicheres Ansprechen fällt kein Schuss. Diese Regel gilt am Stand genauso wie im Revier und wird an diesem Tag nicht aufgeweicht.
Wechsel von der Langwaffe auf die Kurzwaffe
Nach dem Büchsenschuss auf der Nachsuche oder bei der Bewegungsjagd muss die Langwaffe sicher abgelegt oder geführt sein, bevor die Kurzwaffe für den Fangschuss in die Hand kommt. Mündungsrichtung, Ladezustand und Riemen sind dabei die Punkte, an denen es typischerweise hakt. Deshalb bringen Sie Ihre Jagdlangwaffe in jedem Fall selbst mit: Der Ablauf funktioniert nur mit Ihrer eigenen Waffe, Ihrem Riemen und Ihrer Jacke.
Voraussetzungen und Ausrüstung
Vorausgesetzt sind ein gültiger Jagdschein, eine gewisse körperliche Belastbarkeit und Jäger 1 oder ein vergleichbarer Grundlagenkurs. Am meisten bringt Ihnen der Tag mit Ihrer eigenen Ausrüstung: Ihre Kurzwaffe mit zwei bis drei Ersatzmagazinen oder Speedloadern und passendem Holster (bitte keine IPSC-Schnellziehholster), rund 300 bis 400 Schuss Munition, eine Kompakttaschenlampe und möglichst Ihre Jagdjacke. Gehörschutz und Schutzbrille können wir stellen. Wenn Ihnen etwas fehlt, stellen wir Kurzwaffe, Munition und Holster — sagen Sie uns vorher Bescheid. Die Jagdlangwaffe bringen Sie in jedem Fall selbst mit.
Gruppengröße, Betreuung und Termin
Ein Kurs hat mindestens fünf und höchstens zwölf Teilnehmer. Ab sieben Teilnehmern ist ein zweiter Ausbilder dabei. Wir schreiben keine festen Termine aus: Jeder Kurs gehört exklusiv Ihrer Gruppe. Das Format passt deshalb gut für Jagdgesellschaften, Hegeringe und Kreisjägerschaften, die geschlossen buchen. Sie stellen die Teilnehmer zusammen, den Termin stimmen wir gemeinsam ab — auch am Wochenende. Je früher die Anfrage kommt, desto mehr Termine sind möglich.
Wo der Kurs stattfindet
Der Kurs findet auf einer Schießanlage im Sauerland, auf einer Anlage in Hessen nördlich von Frankfurt oder nach Absprache bei Ihnen vor Ort statt. Beide Anlagen gehören Vereinen und werden von uns angemietet. Für Teilnehmer aus dem Hochsauerlandkreis und dem Raum Paderborn liegt der Sauerländer Standort günstig, für Mittelhessen die hessische Anlage.
Preise
Die Preise gelten je Person, inklusive 19 % Umsatzsteuer, und richten sich nach der Teilnehmerzahl. Enthalten sind in jedem Fall Schutzausrüstung, Scheiben, Standgebühr und Ausbilder. Im Paket Basic bringen Sie Waffe und Munition selbst mit, im Paket Premium stellen wir Kurzwaffe, Munition und Holster. Rechnen Sie mit rund 300 bis 400 Schuss. Die genannten Preise gelten für das Sauerland; für Hessen oder einen Termin bei Ihnen vor Ort nennen wir den Preis auf Anfrage, weil Anfahrt und Standgebühr dort andere sind.
| Teilnehmer | Basic | Premium |
|---|---|---|
| 5 | 410 € | 560 € |
| 6 | 340 € | 500 € |
| 7 | 300 € | 450 € |
| 8 | 260 € | 410 € |
| 9 | 240 € | 390 € |
| 10 | 220 € | 370 € |
| 11 | 200 € | 350 € |
| 12 | 180 € | 330 € |
Was in diesem Kurs nicht unterrichtet wird
Alle unsere Kurse enthalten keine erlaubnispflichtigen Elemente des Verteidigungsschießens oder des kampfmäßigen Schießens. Wir halten uns streng an das Waffengesetz. Jäger 2 ist jagdliches Übungsschießen mit der Kurzwaffe: Es geht um Waffenhandhabung, Treffsicherheit und Sicherheit im Umgang mit der eigenen Ausrüstung, und jeder Übungsteil hat einen jagdlichen Anlass. Wer etwas anderes sucht, ist hier nicht richtig.
Wie es nach Jäger 2 weitergeht
Jäger 2 ist ein Aufbautag, kein Abschluss. Wer die Kurzwaffe unabhängig vom jagdlichen Zusammenhang systematisch weiter schulen will, findet das in Pistole 1. Wer eine Selbstladebüchse im Kaliber .223 Remington führt oder damit anfangen will, ist bei Gewehr 1 richtig. Wenn Sie an einem einzelnen Punkt hängen — Trefferlage, Abzug oder eine über Jahre falsch angewöhnte Technik —, bringt ein individuelles Training in kleiner Besetzung mehr als ein weiterer Gruppentag. Und wer Jäger 1 noch nicht absolviert hat, fängt dort an.
Häufige Fragen zu diesem Kurs
Welche Voraussetzungen brauche ich für Jäger 2?
Einen gültigen Jagdschein, eine gewisse körperliche Belastbarkeit und Jäger 1 oder einen vergleichbaren Grundlagenkurs. Sie sollten Ihre Kurzwaffe kennen und unter ruhigen Bedingungen zuverlässig treffen — der Aufbautag setzt darauf auf.
Muss ich eine eigene Waffe mitbringen?
Die Jagdlangwaffe bringen Sie selbst mit — der Wechsel von der Langwaffe auf die Kurzwaffe ist Kernstück dieses Tages und funktioniert nur mit Ihrer eigenen Ausrüstung. Die Kurzwaffe können wir stellen: im Paket Premium mit Munition und Holster.
Wie viel Munition wird verschossen?
Rechnen Sie mit rund 300 bis 400 Schuss je Teilnehmer.
Können wir als Jagdgesellschaft oder Hegering geschlossen buchen?
Ja. Jeder Kurs gehört exklusiv Ihrer Gruppe: mindestens fünf, höchstens zwölf Teilnehmer, ab sieben ist ein zweiter Ausbilder dabei. Sie stellen die Teilnehmer zusammen, den Termin stimmen wir gemeinsam ab — auch am Wochenende.
Wo finden die Kurse statt?
Auf einer Schießanlage im Sauerland, auf einer Anlage in Hessen nördlich von Frankfurt oder nach Absprache bei Ihnen vor Ort. Die genannten Preise gelten für das Sauerland.
Wird kampfmäßiges Schießen unterrichtet?
Nein. Alle unsere Kurse enthalten keine erlaubnispflichtigen Elemente des Verteidigungsschießens oder des kampfmäßigen Schießens. Wir halten uns streng an das WaffG.